Die Geschichte der Fotografie

Fotografieren ist Alltag. Ob aufwendige Spiegelreflexkamera, handliche Digitalkamera oder einfach das Smart Phone mit eingebautem Fotoapparat, heutzutage kann jeder alles fotografieren und am heimischen Computer auf Wunsch nachbearbeiten. Bis zum heutigen Stand der Fotografie war es jedoch ein weiter Weg und begonnen hat es in einem Arbeitszimmer in Frankreich…

Der Ursprung der Fotografie

Fotografie Geschichte

Die Geschichte der Fotografie – von Camera obscura zur digitalen Spiegelreflexkamera (c) Heinz Hasselberg / pixelio.de

… genauer genommen bei der Aussicht aus dem Fenster dieses Arbeitszimmers. Die älteste, noch erhaltene Fotografie stammt aus dem Jahr 1826 und zeigt den Blick aus dem Arbeitszimmer von Joseph Nicéphore Niépce in Le Gras. Nach 10 Jahren Forschung und Arbeit entwickelte Niépce eine mit Asphalt, Jod und Silber beschichte Kupferplatte, die die erste Fotografie ermöglichte. Die Belichtungszeit dieses Fotos betrug noch mehere Stunden.

In den folgenden Jahren schloss sich Niépce mit weiteren Kollegen zusammen, um das Verfahren zu verbessern und weiterzuentwickeln. Bis zum Jahre 1840 war es im Zuge dieser unnachgibigen Forschung möglich, bei günstigen Lichtverhältnissen die Belichtungszeit auf ganze 45 Sekunden zu senken. Der Grundstein war gelegt und die nächsten mehr als 40 Jahre sahen noch weitere Fortschritte und schließlich wurde die Kamera mobil.

Industrialisierung und Massenerfolg

Den kommerziellen Durchbruch erreichte die Fotografie mit der Industrialisierung und der ersten industriell gefertigen Rollfilmkamera von Kodak, die sogenannten Kodak Nr. 1 aus dem Jahr 1888. Mit einem Verkaufspreis von 25 Dollar war sie zur damaligen Zeit immernoch relativ teuer, stellt aber dennoch die erste, für jeden frei verfügbare Kamera dar. Da ist es nur logisch, dass das Modell aggressiv vermarktet wurde, was insbesondere in Kombination mit vereinfachten Verarbeitungsverfahren, der Fotografie einen Massenmarkt eröffnete.

In den 1950er Jahren wurden das erste Mal auch elektrische Elemente in Kamaras verbaut, von Blitz über automatische Belichtungssteuerung bis zu Motoren, die den Transport des Filmes in das Gehäuse vollzogen. Ebenso übernahmen verschiedene Objektive und Autofokus-Mechanismen einen Großteil der Arbeitsschritte, die zuvor manuell erledigt werden mussten. Mit den sogenannten Dreischichtfilmen brachten im Jahre 1936 die Firmen Agfa und Kodak die ersten Filme auf den Markt, die auch Farbfotografie ermöglichten.

Digitalfotografie

Digitalkamera von Sony

Im Jahre 1980 erschien die erste kommerziell erhältliche Digitalkamera (c) Kigoo Images / pixelio.de

Nachdem über Jahre hinweg die Filme immer kompakter und leistungsfähiger wurden, wurde 1970 der Grundstein für die moderne Fotografie gelegt – der CCD-Chip, ein lichtempfindliches, elektronisches Bauelement mit einer Auflösung von 0,01 Megapixeln. Die ersten Digitalkameras fanden etwas später in den 1980er Jahren ihren Weg auf den Markt, doch erst 1991 konnte die Digitalfotografie an Bedeutung gewinnen, mit der Einführung der ersten Spiegelrelexkameras. Während damals mit einer Auflösung von 1,75 Megapixeln gearbeitet wurde, stieg dieser Wert in den letzten Jahre rapide an und ermöglicht qualitativ immer hochwertigere Bilder. Heute liegt der Standardwert einer Digitalkamera bei 12 Megapixeln, wobei dieser Wert mit dem richtigen Preis selbstverständlich immer weiter nach oben korrigiert werden kann. Nicht zu vergessen, dass selbst Smart Phones bereits mit Kameras ausgestattet sind, die Aufnahmen von 8 Megapixeln ermöglichen. Wer also heutzutage ein hochauflösendes Foto machen will, greift einfach in die Hosentasche und fängt den Moment ein – alles angefangen bei einer Aufnahme aus dem Fenster eines Arbeitszimmers in Frankreich.

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