Hinduismus – Kreislauf von Leben und Tod

Hinduismus Gott Ganesha

Der Hinduismus ist mit rund 900 Millionen Anhängern die drittgrößte Weltreligion nach dem Islam (1,6 Mrd.) und dem Christentum (2,3 Mrd.). Der Hinduismus stellt eine Religion dar, die aus Indien stammt und wie das Christentum aus vielfältigen Strömungen besteht, die sich teils erheblich unterscheiden.

Man beruft sich jedoch auf eine gemeinsame Tradition, um eine einheitliche Gemeinschaft der Hindus zu bemühen. Der Hinduismus ist der einzige bis heute einflussreiche Polytheismus. Zentral ist der Glaube an eine Reinkarnation im Lebenskreislauf, aus dem es gilt, herauszukommen.

Ursprung des Hinduismus

Hinduismus Tempel Indien

Hinduismus – Tempel Khajuraho Indien (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Anders als bei vielen anderen Religionen, bei denen ein eindeutiger Religionsstifter zu erkennen ist, lässt sich der Hinduismus nicht auf eine zentrale Figur zurückführen. Die Veden, die ersten Texte, die die indische Religion bezeugen, stammen wie die Torah nicht von einem oder mehreren Autoren, sondern sind Erzählungen, die über Jahrhunderte mündlich weitergegeben wurden und zu späterer Zeit schriftlich festgehalten wurden.

Die Veden handeln wohl von einer Zeit um 1200 v. Chr., wobei ihre späteren Schreiber anonym blieben. Eine zentrale Gestalt wie Moses für die Juden bildete sich im Polytheismus der Hindus nicht aus.

Verbreitungsgebiete des Hinduismus

Hindus sind nicht nur in den Kerngebieten Indien und Nepal verbreitet, sondern auch in anderen Gebieten Süd- und Südostasiens, besonders auch in Bhutan. Weiter abgelegen ist diese Religion auch auf den Fidschis sowie auf der Mauritius-Insel vertreten. Einige Auswandererströme brachten die indische Religion auch nach Südamerika.

In Guyana, Suriname und Trinidad und Tobago stellen die Hindus einen Bevölkerungsanteil von 20-30%. In Deutschland lebt eine kleine hinduistische Minderheit von rund 97.500 Gläubigen.

Das Kastensystem im Hinduismus

Das Kastensystem ist ein fester Bestandteil des hinduistischen Glaubens. Er ist in einigen vedischen Schriften festgehalten. Einer Kaste kommen bestimmte Aufgaben in der Gesellschaft zu, es gibt hauptsächlich vier Kasten, wobei die eigentliche fünfte nicht mitgezählt wird.

Es gibt Brahmanen (Priester und Schriftgelehrte), Kshatriyas (Krieger und Adelige), Vaishyas (Händler, Hirten und Handwerker) sowie die Shudras, die den anderen als dienende Kaste untersteht.

Die unterste Gruppe stellen die Parias, die Unberührbaren, denen es verboten war oder ist, mit den anderen Kasten zu verkehren. Das System beginnt sich jedoch aufzulösen, da man die Ungerechtigkeit der Kasten wahrnimmt.

Kasten im Überblick:

  • Brahmanen – Priester und Schriftgelehrte
  • Kshatriyas – Krieger und Adelige
  • Vaishyas – Händler, Hirten und Handwerker
  • Shudras – Diener und Bedienstete
  • Parias – Unberührbaren

Reinkarnation im Hinduismus

Nach hinduistischem Glauben durchwandern alle Lebewesen einen Lebenskreislauf (Samsara), in welchem sie nach ihrem Leben in anderer Gestalt wieder zur Welt kommen. Es gibt drei unterschiedliche Wege, aus dem Kreis der Reinkarnation auszubrechen. Den Weg des Wissens, den Weg der Tat und den Weg der Verehrung Gottes.

Gottheiten der Hindus

Hinduismus Gott Ganesha

Hinduismus – Gott der Weisheit Ganesha (c) Wilson Urlaub / pixelio.de

Die drei wichtigsten Gottheiten der Hindus sind Brahma, Vishnu und Shiva, die der Reihe nach das Prinzip der Schöpfung, der Bewahrung und der Zerstörung. Es gibt zudem noch weitere Gottheiten wie Ganesha, der bspw. Weisheit repräsentiert.

Heilige Orte und Tiere der Hindus

Heilige Orte sind für die Hindus alle natürlichen Orte von Größe und Schönheit. So ist der Ganges ein heiliger Ort für die Hindus, in dem sie sich nicht nur waschen, sondern auch weihen.

Tempel stellen weitere heilige Orte dar, die meist einem Tier geweiht sind. Sie müssen dabei nicht immer den heiligen Kühen geweiht sein, doch die Kuh ist im Hinduismus das mit Abstand heiligste Wesen.

Vegetarismus im Hinduismus

Der Vegetarismus ist durch die Veda nicht vorgeschrieben, doch aus dem Glauben an die Reinkarnation und den Lebenskreis ergibt sich, dass die vegetarische Lebensform als ethisch höher wertig betrachtet wird. Dabei ist der Vegetarismus in Indien mit 30 – 40% der Bevölkerung weit verbreitet.

 

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