Bellizismus

Der Bellizismus ist dem Begriff Kriegstreiberei gleichzusetzen, denn im Gegensatz zum Pazifismus unterscheidet sich dieser in der Anschauung, so wird in der Politik mit diesem Begriff die Befürwortung oder Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln begründet. Mit dem Begriff Bellizismus verbindet sich ein bitterer Beigeschmack, so wird dieser auch als Schimpfwort angesehen, denn Bellizisten sehen es überhaupt nicht gern, wenn man sie als solche bezeichnet. Eng mit dem Begriff Bellizismus verbunden: Krieg, der von den Befürwortern sogar als Druckmittel eingesetzt wird. Deshalb werden militärische Mittel nicht unbedingt als alleiniges Mittel zur Durchsetzung politischer Interessen eingesetzt oder befürwortetet, sondern darüber hinaus im Zweifelsfall friedlichen Mitteln vorgezogen.

Der Bellizismus – Ziele der Bellizisten mit der Befürwortung des Krieges

Historische Kanonen - Bellizismus reicht weit zurück

Bellizismus beschränkt sich nicht nur auf eine bestimmte Epoche – vom Mittelalter zur Neuzeit galt Krieg bei Befürwortern stets legitim (c) Thomas Max Müller / pixelio.de

Politiker sehen in der Befürwortung des Krieges oftmals die Durchsetzung eigener Interessen als letztes Mittel, um einer eventuellen Bedrohung durch Diktatoren oder Terroristen entgegenzutreten. Für den Fall, dass alle Versuche einer Konfliktlösung mit friedlichen Mitteln zum Scheitern verurteilt sind, ist der Einsatz militärischer Mittel die letzte Option dieser Bedrohung oder Gefahr entgegenzutreten. Bellizisten setzen somit Kampf und Gewalt, aber auch den Einsatz militärischer Mittel zum Zweck einer kriegerischen Auseinandersetzung als höchst problematisches Element des Umgangs mit anderen Staaten oder Nationen voraus.

Oftmals wird der Bellizismus von seinen Befürwortern mit der, auf kriegerische und aggressive Auseinandersetzung ausgelegten menschlichen Natur begründet. Diesem Gedanken stehen die Pazifisten entschieden entgegen, die der Meinung sind, dass der Mensch Gewalt an sich von Grund auf ablehnt. Durch den sogenannten Militarismus, würde dem Mensch ein falsches Bewusstsein zu Grunde gelegt, welches seiner inneren Natur völlig entgegen steht.

Beispiele in der Geschichte, in denen die Befürwortung des Krieges eine wichtige Rolle spielte

Ein Beispiel für Bellizismus, also der Nutzung kriegerischer Handlungen zur Durchsetzung eigener Interessen, ist die Zeit des Faschismus. So hatten sich Hitler und Mussolini dieser Mittel bedient und eigene Ziele und Interessen mit kriegerischen Auseinandersetzungen konsequent durchgesetzt. Antifaschisten, Kommunisten oder Minderheiten sollten mit dessen Hilfe beseitigt oder im schlimmsten Falle sogar vernichtet werden. Auch in der heutigen Zeit gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Bellizisten sich immer wieder militärischer Mittel bedienen, um die politischen Ziele mit Gewalt durchzusetzen.

Die Zeit des Nationalsozialismus, ist ein gutes Beispiel für die gelungene Transferierung des Bellizismus von einzelnen Personen, in dem Falle Politikern, auf das gesamte Volk. Je intensiver der Bellizismus ausgelegt und ausgelebt werden soll, desto totalitärer und bevormundender muss die staatliche Führung dem Volk gegenüber stehen. Dadurch entfernt man sich natürlich umso mehr von demokratischen Verhältnissen, welche als Grundlage des Freien Geistes und Willens von jedem einzelnen Menschen angestrebt werden. Allein dadurch lässt sich bereits eine Wertung in Bezug auf die Aussage der Bellizisten treffen, die der Meinung sind, dass der Bellizismus eher der menschlichen Natur entspricht, als der Pazifismus.

Bellizismus in der Neuzeit

Der Bellizismus ist kein Relikt aus vergangenen Tagen der stürmischen Konflikte und Kriege, sondern wird auch heute noch von zahlreichen, leider auch mächtigen Herrschern vertreten, wenn auch sehr abgeschwächt und regional eingegrenzt. Dies liegt vor allem daran, dass das alte Europa der verfeindeten Großmächte mittlerweile durch etliche Bündnisse, wirtschaftliche und militärische Kooperationen zusehends vom Bellizismus zur Weltansicht in Form des Pazifismus gewechselt ist. Den Bellizismus vertreten und propagieren lediglich noch einige konservative Hardliner , die politisch um etliche Jahrzehnte in der Vergangenheit hängengeblieben sind. In der Neuzeit Europas hat diese Form der Politik und Führung keinen Platz mehr.

Bellizismus in der Neuzeit: Außerhalb Europas

Außerhalb Europas bietet sich jedoch ein anderes Bild. Im nahen Osten, sowie im Süden Amerikas gibt es immer noch zahlreiche Länder und Landesabschnitte, in denen der Krieg bzw. militärische Handlungen innerhalb der Gesellschaft tief verankert sind. Staaten, in denen der Militarismus ein essentieller Bestandteil der Politik der Führungsriege darstellt, sind oftmals durch Bürgerkrieg und Unruhen gespalten und kaum berechenbar. An der Macht sitzen oftmals Führer aus dem Militärapparat, die die Thesen des Bellizismus mit aller Macht verfechten und sämtliche Hilfe für die Armen und benachteiligten verweigern.

Für mehr Informationen zum Thema Bellizismus siehe hier: Die Militarisierung europäischer Gesellschaften im langen 19. Jahrhundert – Universität Freiburg

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