Polfilter – die Geschichte des Polarisationsfilters

Der Polfilter – es gibt wohl kaum ein fotografisches Zubehörteil, welches so oft in Fotografie-Foren diskutiert und von etlichen Händlern als ultimatives Bildverbesserungsmittel angepriesen wird, wie der Polarisationsfilter. Würde man auch nur die Hälfte der Erzählungen glauben, die man zu lesen bekommt, so wären qualitativ hochwertige Polfilter immer noch ein absolutes Wunderding: Er reduziert Spiegelungen, kann diese aber auch verstärken, ebenso verstärkt er Kontraste, wie z.B. das Himmelblau oder die Farben eines Regenbogens, bei Landschaftsaufnahmen oder ermöglicht Einblicke in sonst undurchsichtige Fenster oder unter die Wasseroberfläche. Das Blattgrün in Naturfotos wird satter, das unerwünschte Glitzern beim Abfotografieren von Ölbildern wird beseitigt und die Mineralien auf Mikroskopieaufnahmen erscheinen deutlich leuchtender. Polfilter werden nicht nur für Objektive genutzt, sondern z.B. auch bei Sonnenbrillen. Polfilter dienen dazu, den Fotografen ein Produkt bereit zu stellen, womit sie die Möglichkeiten der potenziellen Aufnahmen erweitern können. Um sich entsprechendes handwerkliches Grundwissen anzueignen, ist man mit einem Fotografie-Studium zunächst am besten beraten. Die Geschichte der Fotografie überschneidet sich ab einem gewissen Zeitpunkt mit der der Polfilter und verläuft ab diesem Zeitpunkt in gewissem Maße parallel.

Polfilter – geschichtliche Entwicklung

Polfilter erweitern die Möglichkeiten von fotografischen Aufnahmen

Der Polfilter dient zum Filtern bestimmter Lichtwellenrichtungen (c) uschi dreiucker / pixelio.de

Ebenso wie etwa Glashütte Uhren, hat auch der Polfilter eine lange Geschichte hinter sich. Das Prinzip der Polarisation ist der Menschheit bereits seit Jahrhunderten bekannt. Bereits die Wikinger nutzten diesen Effekt, um ihren Standort auf hoher See auch bei trübem Wetter bestimmen zu können. Die Seefahrer des Nordens nutzten dabei einen sogenannten „Sonnenstein“, dessen physikalische Eigenschaften, ebenso wie die des Polarisationsfilters funktionierten.

Polfilter – Funktionsprinzip

Die Funktionsvielfalt eines Polarisationsfilters ist im Prinzip sehr eingeschränkt. Jedoch kann dieses Wenige an Möglichkeiten zu erstaunlichen Effekten führen bzw. zu deren Erzeugung verwendet werden, sofern die restlichen Bedingungen für eine gelungene Aufnahme stimmen. Was ist nun das Funktionsprinzip vom Polfilter? Kurz gesagt: Ein Polarisationsfilter filtert das Licht einer bestimmten Polarisationsrichtung aus.

Das Prinzip, dass sich Licht in Form von Wellen ausbreitet, dürfte jedem bekannt sein. Und Wellen haben eine Schwingungsrichtung, welche die sogenannte Polarisation des Lichtes bestimmt. Es gibt vertikale, ebenso wie horizontale Schwingungsrichtungen. Gewöhnliches Licht enthält eine gleichmäßige Mischung aller Richtungen – dies nennt man unpolarisiert, weil es sich keiner Richtung zuordnen lässt.

Unter bestimmten Umständen kann es jedoch auch sein, dass das Licht polarisiert ist. Dies bedeutet, dass das Licht bevorzugt Wellen einer bestimmten Polarisationsrichtung enthält und die gegenteilige, um 90° gedrehte Polarisation kommt nicht vor. Für unser Auge sind diese Unterschiede nicht wahrnehmbar, weswegen wir uns dieser Tatsache auch nicht bewusst sind.
Hier kommt der Polfilter ins Spiel: Er lässt Licht einer Polarisationsrichtung, sperrt jedoch die Lichtwellen der hierzu um 90° gedrehten Polarisationsrichtung. Um einzustellen, welche Richtung gesperrt werden soll, lässt sich der Filter in seiner Fassung drehen.

Ein Hinweis zum Schluss: Einen Polfilter muss man nicht weiter als um 90° drehen, was nämlich dem Unterschied zwischen seiner schwächsten und stärksten Wirkung entspricht. Dreht man ihn beispielsweise um insgesamt 180°, ist die Wirkung die, als hätte man ihn im Ursprungszustand belassen.

Folgend ein Ausblick auf weitere Themen:

2 Kommentare

  • Jack Jackson

    Hallo,
    netter Artikel zum Polarisationsfilter! Die anderen lesen sich auch sehr gut!

    Ein Blog zum Wohlfühlen und stöbern – bitte mehr!

    Grüße
    Jack Jackson

  • Polifilter lohnen sich meines Erachtens lediglich, wenn man viel und oft im/um/am Wasser fotografiert.

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