Kunst der Tattoos – wer stach zuerst?

zwei frauen und ein tätowierter mann

Die Kunst der Tattoos gehört zu einem der ältesten Handwerkspraktiken. Als James Cook in seinen Forschungsberichten aus der Südsee von „Tattow“ berichtete, begann die westliche Kultur sich für die Körperverzierung zu interessieren. Bald gab es auch auf europäischen Boden die ersten Tätowierungen.

Tätowiergeräte

verschiedene tätowiermaschinen - eletkrisches gerät, dornen, bamburs, hörner

So kommt die Farbe unter die Haut. Bild: MKG Hamburg

Traditionell wurden Tattoos durch Hölzer, Dornen, Metalle, Scherben oder Knochen unter die Haut gebracht. Dazu wurden Pigmente in die zweite Hautschicht gestochen. Das tahitische Wort „Tatau“, das „Wunden schlagen“ bedeutet, beschreibt diese Praxis treffend.

Durch die Erfindung der Spulmaschine durch Samuel O´Reilly im Beginn des 20. Jahrhunderts kam die elektrische Tätowiermaschine auf den Markt. Durch den elektrischen Antrieb konnte die Nadel kontinuierlich und genau unter die Haut getrieben werden. Durch die neue Technik konnten neue Stilrichtungen und Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt werden.

Tattoofarbe

Die Farbe, die man zum Tätowieren benötigt, wurde früher aus Pflanzensäften, Ölen und Pigmenten hergestellt. Heutzutage verwendet man synthetische Farbe, die nicht nur reinerer Inhaltstoffe beinhaltet, sondern auch das Farbspektrum für Tattoos erweiterte.

Tattoos in russischen Gefängnissen

Früher wurden Dieben in Russland „B.O.R.“ (russisch für „Dieb) in die Haut gebrannt. Später haben Gefängnisinsassen selbst damit begonnen, eigene Symbole in die Haut zu stechen. Sie dienten aber nicht nur als schmückendes Element. Die Tätowierungen verbargen geheime Codes und Informationen, die nur andere Gefangene lesen konnten. So konnte man die Zugehörigkeit zu bestimmten Banden, den Rang in der kriminellen Hierarchie oder die Gefängnisjahre als offenes Geheimnis auf der Haut tragen.

Um sich im Gefängnis stechen lassen zu können, musste man auf spitze Gegenstände und selbst gemischte Pigmente aus Urin und Gummi zurückgreifen.

Gesichtstätowierungen der Maori

Besonders faszinierend sind die Gesichtstätowierungen der Maori in Neuseeland. Die sogenannten Tā Moko können bei Männern im ganzen Gesicht gestochen werden, bei Frauen nur den Kinnbereich.

drei tätowierte maori

Traditionelle Tattoos der Maoris. Bild: MKG Hamburg

 

Sie verraten anderen Maoris mehr über die soziale Stellung, Familienzugehörigkeit und den Vorfahren. Lange Zeit wurde die Kunst der Maoris unterdrückt, bis sie in unserem Jahrhundert wieder auferlebt ist.

Japanische Tattookunst

Besonders weit entwickelt und auf hohem künstlerischen Niveau ist die Tätowierkunst in Japan. Schon im 18. Jahrhundert wurden tätowierte Helden auf Farbholzschnitten dargestellt. Im 19. Jahrhundert wurden großflächige Tätowierungen u. a. von Rikscha-Fahrern zur Schau gestellt, die damit neugierige Fahrgäste angezogen haben. Später wandelte sich das Ansehen von Tattoos negativ und wurde vor allem mit Kriminellen in Verbindung gebracht.

Yakuza benutzten Tattoos, um ihre Bandenzugehörigkeit auszudrücken. Die beeindruckenden Werke durften nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Bis heute ist es in vielen öffentlichen Badeeinrichtungen untersagt, Tattoos zu zeigen.

TIPP: vom 13. Februar bis 06. September 2015 ist im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg eine Ausstellung zum Thema „Tattoo“. http://www.mkg-hamburg.de/de/home.html

Quellen:

MKG Hamburg

 

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