Prekariat

In der neuen Sprache, der sogenannten Gender Sprache, tauchen immer mehr Fachbegriffe auf, die für den normalen Leser unverständlich oder gänzlich unbekannt sind. Hierzu gehört auch der soziologische Begriff Prekariat, der immer häufiger in Fachzeitschriften, im Internet, oder auch im Fernsehen auftaucht. Der Begriff leitet sich aus der prekären Lebenssituation ab, in welcher sich Menschen befinden, die dieser Gruppe zugeordnet werden. Das Substantiv steht für Unsicherheit, für prekäre Lebensumstände, die durch Erwerbslosigkeit oder schlecht bezahlte Arbeit entstehen. Zur Prekariat Gruppe gehören Arbeitslose, Geringverdiener, sowie weitere Menschen, die aufgrund geringen Einkommens ihren Lebensunterhalt nicht ohne fremde Hilfe bestreiten können.

Die Geschichte hinter dem Begriff Prekariat

Prekariat als Sinnbild für Armut

Der Begriff Prekariat bezeichnet eine Gruppe der Gesellschaft, die den Lebensunterhalt nicht alleine bestreiten kann (c) uschi dreiucker / pixelio.de

Dem Begriff geht eine lange Geschichte voraus, sodass er eigentlich nicht als neuer Begriff zu werten wäre. Lange Zeit war er aus dem Sprachschatz der Menschheit verschwunden und tauchte erst mit der neuen und modernen Gender Sprache wieder auf. Schon früher bezeichnete er die untere Gesellschaftsschicht, die entweder unehrliche Berufe ausübte, sozial schwach war und von den Mitmenschen verachtet wurde. Im 21. Jahrhundert kehrte der Begriff Prekariat aufgrund der immer weiter auseinander klaffenden Schere zwischen arm und reich zurück. Der gesellschaftliche Stand eines Menschen wird bedauerlicherweise in soziologische Gruppen aufgeteilt, von denen das Prekariat die ärmste und tendenziell niedrig-gestellteste Gruppe ist.

Eine prekäre Beschäftigung liegt dann vor, wenn sich ein Angestellter in unsicherer beruflicher Situation befindet und daher keinen Einfluss auf die konkrete Gestaltung seiner Arbeits- und Lebenssituation hat. Aber auch geringfügig Beschäftigte, Arbeitnehmer mit niedrigem Gehalt oder Zeitarbeiter zählen zu dieser Gruppe. Auch wenn nicht in Beschäftigung, werden Arbeitssuchende oder Hartz 4 Empfänger ebenfalls als soziologisch prekär eingestuft und dieser Gruppe zugeordnet. Ein prekäres Beschäftigungsverhältnis ist immer dann gegeben, wenn trotz eigenständiger Arbeit der Lebensunterhalt nicht bestritten werden kann. So erhalten prekär Beschäftigte Zuschüsse vom Staat, der die Existenz absichern und eine vollkommene Verarmung vermeiden soll. Aber auch persönliche Verhältnisse und der langfristige Rückblick auf das Arbeitsleben eines Menschen ist bei der Einstufung zu beachten, wobei auch der Kontext zum Haushalt keinen direkten Ausschluss findet.